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Besuch in Frankreich

Schüleraustausch
der Realschule Horn-Bad Meinberg mit den beiden Partnerschulen
College Le Dinandier Villedieu-les-Poeles / Frankreich
Institut Saint Joseph Villedieu-les-Poeles / Frankreich

Geschichte des Schüleraustausches
Nach der Gründung der Städtepartnerschaft zwischen Horn Bad Meinberg und der französischen Stadt Villedieu-les-Poêles in der Normandie im Jahr 1974 war auch die Realschule der Stadt Horn-Bad Meinberg an freundschaftlichen Kontakten interessiert.
Schon 1976 fand ein Besuch einer französischen Schülergruppe in der Realschule statt, und noch im gleichen Jahr reisten unsere deutschen Schüler als Gastschüler in französische Familien nach Villedieu. Damit war der Schüleraustausch zwischen der Realschule und dem kirchlichen Institut Saint Joseph sowie dem staatlichen College d'Enseignement Secondaire, das heute Collège Le Dinandier heißt, ins Leben gerufen

Er ist seit mehr als 30 Jahren fester Bestandteil des Schullebens der Realschule und heute ein Schwerpunkt nicht nur des Schulprogramms, sondern der Städtepartnerschaft zwischen Horn-Bad Meinberg und Villedieu. Inzwischen haben ca. 800 Realschüler (im Folgenden sind stets Schülerinnen eingeschlossen) und ca. 800 französische Jugendliche die Gelegenheit gehabt, das Schul- und Familienleben des jeweiligen Gastlandes kennen zu lernen.

Die am Austausch beteiligten Lehrkräfte für Deutsch und Französisch sind über die Jahre gute Freunde geworden und haben sich in diesem Austauschprogramm zum Teil bis zum heutigen Tag sehr engagiert

Durchführung des Schüleraustausches

Der Schüleraustausch wird heute in den Klassen 8 und 9 durchgeführt und findet jedes Jahr innerhalb eines Kalenderjahres statt. In Klasse 6 haben alle Schüler Französischunterricht, ab Klasse 7 wird das Fach im Neigungsschwerpunkt, den die Schüler wählen können, unterrichtet.

Die konkrete Durchführung sieht so aus, dass in einer ersten Phase Anfang / Mitte Januar die Schüler des 8fs-Kurses einen individuellen „Steckbrief“ nach Frankreich verschicken, in dem sie Aussagen über ihre Person(Familie etc.) bzw. über ihre Vorlieben und Hobbys machen.
In Frankreich werden die Briefe verteilt und den dortigen Schülern zugeordnet, so dass eine feste Brieffreundschaft entsteht.

In Phase 2 besuchen dann die frz. Schüler ihre deutschen Brieffreunde im Mai / Juni           für 10 - 12 Tage.

Nach den Sommerferien erfolgt der Gegenbesuch in Villedieu. Dazu werden die Schüler,    die  dann in Jahrgangsstufe 9 sind, gezielt sprachlich in ihrem Sprachkurs, aber auch kulturell und historisch an speziell durchgeführten Projekttagen auf diesen Austausch vorbereitet, wobei eine finanzielle Unterstützung des Austausches sowohl durch die Stadt Horn-Bad Meinberg als auch durch das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) erfolgt.

Erstmalig seit dem Schuljahr 2008 /2009 wird der Schüleraustausch in Kooperation mit dem Gymnasium der Stadt Horn-Bad Meinberg gemeinsam gestaltet.

Besondere Erziehungs- und Lernziele

Die Jugendlichen sind in den Familien des jeweiligen Gastlandes untergebracht. Sie lernen so das Familienleben, die Essgewohnheiten, den Tagesablauf, die Wohnkultur, die andere Lebensart und ein anderes Freizeitverhalten kennen. Sie kaufen im Gastland ein,  führen gemeinsame Begegnungen und Aktivitäten durch, nehmen an Feiern und Festen teil und lernen Sitten und Gebräuche unmittelbar kennen. Daher ist es wichtig, dass sie neben dem fremdsprachlichen "Training" auch auf die Rolle als Gastgeber und Gastschüler vorbereitet werden. Im jeweiligen Gastland erhalten die Schüler auch die Gelegenheit am Unterricht und am Schulleben teilzunehmen, gewinnen so einen Einblick in den dt. bzw. frz. Schulalltag.

Die interessanten Unterrichtsfächer sind dabei die Muttersprache im Gastland sowie Englisch, Sport, Musik, Kunst und Mathematik. Unterrichtsdauer, Fragen der Disziplin, das Arbeitspensum der Schüler, das Schüler-Lehrer-Verhältnis und das Für und Wider beider Schulsysteme sind Themen für angeregte Diskussionen.

Ein weiteres,  sehr wichtiges Lernziel ist der Erwerb von mehr Sprachkompetenz im Fremdsprachenerwerb:

Endlich kann man im jeweiligen Gastland die „graue Theorie“ des schulischen Sprachunterrichtes in eine farbige Praxis umsetzen, die Schüler sind hoch motiviert und sehr lernbereit.

Seit dem  Schuljahr 2009 / 2010 organisiert die Realschule Horn-Bad Meinberg in Zusammenarbeit mit den beiden französischen Partnerschulen die Möglichkeit eines Auslandspraktikums in unserer Partnerstadt. Die beruflichen wie die sozialen und kulturellen Erfahrungen, die die Schülerinnen und Schüler machen, kommen ihnen nicht nur im weiteren Unterricht, sondern auch bei ihrer späteren beruflichen Tätigkeit auf dem europäischen Binnenmarkt oder während eines Studiums zugute.

Die französischen Schüler/innen haben ihrerseits natürlich auch die Möglichkeit, in Deutschland ein ca. zehntägiges Betriebspraktikum in einem in Horn – Bad Meinberg und Umgebung ansässigen Unternehmen durchzuführen.

Programmschwerpunkte:
Neben der Teilnahme am Schulunterricht und am Leben der jeweiligen Gastfamilie gibt es in beiden Ländern ein vielfältiges Besichtigungsprogramm.
In Frankreich z.B. führt, von Villedieu aus, eine Fahrt zum weltberühmten Klosterberg

Mont Saint-Michel und Umgebung, eine zweite Fahrt nach Bayeux ( “Teppich von Bayeux“)  und nach Caen. Hier wird im "Mémorial", einem Museum für den Frieden,

an die leidvolle Vergangenheit unserer Völker im 2. Weltkrieg erinnert und die Geschichte der Landung der Alliierten 1944 eindrucksvoll dokumentiert.

 In Deutschland stehen neben einer Rundfahrt durch das Lipperland und einem Besuch des bekannten Heinz-Nixdorf-Forums für Computertechnologie in Paderborn auch Besichtigungen örtlicher Unternehmungen (z.B. Bad Meinberger Mineralbrunnen) und sonstiger kultureller Eigenheiten ( Hermannsdenkmal, Externsteine) an.

Offizielle Empfänge im Rathaus, weitere Besichtigungen am Ort und ein geselliger Abend mit Eltern, Schülern und Lehrern runden das vielseitige Programm im jeweiligen Gastland ab.

Ein besonderer Höhepunkt für unsere Schüler ist ein eintägiger Aufenthalt in Paris, der auf der Rückreise eingeschoben wird, unter anderem mit Besteigung des Eiffelturms, Besichtigung der Kathedrale Notre Dame und einer Bootsfahrt auf der Seine.

Evaluation:

Die Auswertung und Nachbereitung des Schüleraustausches bzw. des Austauschprogramms erfolgt durch intensive Gespräche der deutschen und französischen Kollegen in den Fachschaften, durch Auswertung der soziokulturellen Erfahrungen im weiteren Unterricht (Diskussionen, Projekte).

Fotoausstellungen für Mitschüler und Eltern (s. Homepage) und Darstellung des Schüleraustausches in der Lokalpresse runden das Bild ab.

Die Schüler ihrerseits erstellen – nach Vorgabe von Arbeitsaufträgen und Arbeitsblättern - in einem “Tagebuch“ und einer  “Frankreichmappe“ eine persönliche Dokumentation ihrer Erlebnisse und Erfahrungen.

Sie verfassen unter Anleitung einen Dankesbrief  und werden zur Pflege der Kontakte angehalten. Kontakte, die sich nicht selten zu lebenslangen Freundschaften hin entwickeln.

Fazit:

Die Erfahrung, sich in fremder Umgebung und trotz sprachlicher Barrieren behauptet zu haben, können keine Unterrichtsstunde und kein Lehrbuch vermitteln. Über die Bedeutung für den einzelnen Schüler hinaus leistet der Schüleraustausch aber auch einen wichtigen Beitrag für den Fortbestand der Städtepartnerschaft.

Er ist somit integraler Bestandteil einer nicht nur angestrebten, sondern umgesetzten und realisierten Völkerverständigung der Länder Europas im Rahmen der Europäischen Union.

U. Lorenz